Rathaus / Schranne

Ums Rathaus weht ein neuer Wind – Josef Schöffel baut um

Ein wichtiger Bürgermeister erzählt

Handelnde Personen:
Panthi
Bürgermeister Josef Schöffel , 44 Jahre alt
Olga, seine Tochter,  ca. 14 Jahre alt
Mödling, Gegenwart und 1876

Panthi – Melodie

Panthi: Mmmmhm, da riecht‘s wieder gut schnuppert Oh, ja richtig, heute ist ja Bauernmarkt hier am Schrannenplatz. Ach, diese Gerüche kitzeln einem ja so richtig fein in der Nase.

Schnuppert, schnüffelt

Ah, ah, aaah,stop! Hoppala, jetzt wäre ich beinahe vor lauter Schnuppern in die Büste vom ehrwürdigen Altbürgermeister Josef Schöffel gelaufen.

Ihr wisst nicht genau, wer das war? Na dann sollten wir ihn doch gleich besuchen!

Zeitreisemelodie

Panthi: Seht nur! Dort oben auf dem Balkon des Rathauses stehen Bürgermeister Josef Schöffel und seine Tochter Olga. Es ist das Jahr 1876 , ein Jahr nach dem Mödling zur Stadt erhoben wurde. Sie stehen im Schatten dieser schönen Bögen, die man Arkaden nennt und blicken herunter.

Olga: (begeistert)Oh, Herr Vater, Sie hatten recht! Von hier oben aus hat man in der Tat einen herrlichen Blick auf den Schrannenplatz!

Schöffel: Ja, mein Kind. Wenn ich nach einer Ratssitzung einen kühlen Kopf brauch, tret‘ ich auch gern raus auf diesen schönen Arkadengang. Schau dich um, langsam sieht Mödling schon aus wie eine richtige Stadt!

Olga: Kaum vorstellbar, dass dieser weitläufige Platz im Mittelalter sogar doppelt so groß war! Wie kam der Schrannenplatz denn zu seinem Namen?

Schöffel: Die Schranne war im Mittelalter Markthaus und Marktgericht. Lange Zeit amtierte in diesem Haus der Marktrichter. Hier von diesem Balkon aus wurden die Urteile verkündet. Du kannst übrigens die spätgotischen Verkaufsstände noch unten eingemauert im Standesamt bewundern. Der Platz davor wird ja auch seit jeher als Marktplatz genutzt.
Stell Dir vor, rund um den Schrannenplatz waren lauter uralte, äußerst baufällige Gebäude, in denen sich nur noch Scharen von Ratten wohl fühlten. Grauslich! Zum Glück hab ich einige der Häuser abreißen lassen. Der Posthof und das schmucke, große Gebäude vis á vis sind jetzt doch eine Augenweide, stimmt’s mein Kind?

Olga: Oh ja! Auch am Rathaus selbst haben Sie einige Veränderungen veranlasst, Herr Vater. Es hat doch nicht immer so ausgesehen.

Schöffel: Das stimmt! Ich habe zum Beispiel den Stiegenaufgang zu den Arkaden bauen lassen. Aber errichtet wurde das Rathaus schon im späten Mittelalter und zwar 1374. Immer wieder wurde es schwer beschädigt, vor allem in den Türkenkriegen.  Nach einem der Türkenkriege wurde das Rathaus wieder aufgebaut und sah dann schon beinahe so aus wie heute. Der Turm erhielt damals ein schickes Zwiebeldach.

Olga: Das möchte ich jetzt sehen!

Schöffel:  Komm, wir gehen hinunter, da kann ich Dir noch ein paar Besonderheiten an diesem Gebäude zeigen, die schon sehr alt sind!

Schritte, treppab.

Olga: Lustig! Das Dach das schaut ja wirklich aus wie eine Zwiebel!

Schöffel: Schau, das Wandgemälde zwischen den Fenstern dort oben. Es zeigt den Erzengel Michael. Im Volksglauben ist auch er eine Art Richter, der Gutes und Böses voneinander trennt. Und an der Schmalseite des Hauses nach dem Treppenaufgang gibt es ein Renaissancefenster, das an den Bögen erkennbar ist.

Und die schöne grosse Turmuhr  gibt es auch schon seit 1701. Was? So spät ist es schon! Gleich wird es zu Mittag läuten. Komm Olga, wir müssen heim zu Tisch.

Zeitreisemelodie

Panthi:  Ja, der gute Bürgermeister Schöffel! Über ihn gäbe es noch sehr viel zu erzählen. Aber Kinder, schaut doch mal hinauf Richtung Uhr! Seht ihr es? Seht ihr …. MICH da in meinem Wappen? Sieht aus, als ob ich euch zuwinken würde. Oder ….gähnt, schmatz….schlafe ich vielleicht gerade?

 Uhr beginnt zu  läuten Huch! Ich schlafe wohl doch nicht….

Credits:
Bürgermeister Josef Schöffel: Christan Schiesser
Olga seine Tochter: Veronika Braza
Panthi: Danielle Elfaye
Musik: Christian Schiesser
Schnitt: Christian Schiesser, Danielle Elfaye
Text: Marina Gschmeidler, Ruth Lössl