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Stolpersteinestolpersteine

 

AKTION STOLPERSTEINE 2006-2011
Erinnerung an Mödlinger Opfer des Nationalsozialismus

Die Aktion „Stolpersteine“ ist ein Projekt der Stadtgemeinde Mödling und einer Initiatorengruppe Mödlinger BürgerInnen in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Gunter Demnig.

Einleitung:
Anlässlich ihrer 1100-Jahr-Feier hatte die Stadt Mödling im Jahre 2003 ihre ehemaligen jüdischen MitbürgerInnen in deren alte Heimatstadt eingeladen. Zu dieser Zeit enstand auch die Idee, Opfern des Nationalsozialismus, die vertrieben, verfolgt und getötet wurden, ein sichtbares Zeichen der Erinnerung zu setzen.

Mit der Aktion „Stolpersteine“, die von dem deutschen Bildhauer Gunter Demnig ins Leben gerufen worden ist, wird dieser Gedanke nun am 14. August 2006 in die Tat umgesetzt. Die Basis zur Verwirklichung dieses Projektes wurde durch einen einstimmigen Beschluss des Mödlinger Gemeinderates sowie durch die Unterstützung seitens privater Sponsoren gelegt.

Seit der ersten derartigen Aktion 1997 in Berlin hat Gunter Demnig in Deutschland bereits mehr als 7.000 Stolpersteine vor den Wohnhäusern der Opfer im Gehsteig verlegt. Für sein humanitäres Engagement wurde dem Künstler im Jahre 2005 durch Bundespräsident Horst Köhler der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Die Verlegung der Stolpersteine in der Stadt Mödling ist die erste große Aktion in Niederösterreich und gemeinsam mit einem ähnlichen Projekt in Oberösterreich nur einige Tage zuvor das erste derartige Vorhaben innerhalb Österreichs.

Mödling, am 14. August 2006


 

DOWNLOADS & LINKS

Sollten Sie Informationen, Fotos usw. zu den im Projekt erwähnten Personen haben, dann wenden Sie sich bitte unter folgender Adresse an uns:
Dr. Manfred PONGRATZ (Kulturreferat der Stadtgemeinde Mödling, Tel. 0664/1525210)
Adresse:
Stadtgemeinde Mödling, Kulturreferat, Pfarrgasse 9, 2340 Mödling, Österreich
Vielen Dank!


 

STOLPERSTEINE GEGEN DAS VERGESSEN!
Erinnerungen an 14 Opfer des Nationalsozialismus

Am 14. August 2006 wurden im Mödlinger Stadtgebiet 14 Steine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Diese Stolpersteine im optischen Sinn wurden vor den letzten Wohnhäusern im Gehsteig verlegt und geben Auskunft über den Namen und das Schicksal jener Menschen, die aus Mödling wegen rassischer, religiöser oder politischer Gründen vertrieben und getötet wurden. Die Aktion „Stolpersteine“ wurde von dem deutschen Bildhauer Gunter Demnig 1997 ins Leben gerufen. Bisher hat er in Deutschland über 8.000 Steine verlegt, die Aktion in Mödling war gemeinsam mit Braunau einige Tage vorher das erste derartige Vorhaben in Österreich.

„Durch die Stolpersteine werden die einzelnen Lebensgeschichten und Schicksale greifbarer und ganz konkret“, weiß Gunter Demnig aus seinen Erfahrungen zu berichten. Seine Stolpersteine seien aber nicht nur ein wichtiger Schritt gegen das Vergessen sondern auch eine Ehrung dieser Menschen, „denn wer die Inschrift auf den Steinen lesen möchte, muss vor den Opfern eine Verbeugung machen“.

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Zur Erinnerung an die Familie Taussig wurden in der Pfarrgasse 8 die ersten Steine verlegt: Mag. Raimund Fastenbauer, GR Mag. Gerhard Wannenmacher, Gunter Demnig, BGM LAbg. Hans Stefan Hintner, STR Stephan Schimanowa (1. Reihe v.l.), Peter Gieler, P. Josef Denkmayr, SR Hilda Daurer, Pfarrer Klaus Heine und Mag. Bernhard Knipel (stehend v.l.).

Mit dabei am 14. August 2006 war auch der in London lebende Peter Gieler. Seinen Eltern war noch rechtzeitig die Flucht aus Österreich gelungen. Seine Großeltern und sein Onkel wurden am Beginn der 1940er Jahre nach Treblinka bzw. Opole deportiert. „Die Stolpersteine sind zwar kein Grabstein aber ein sichtbares Zeichen, dass meine Familie hier gelebt hat“, kann der Schuldirektor für sich nun einen wichtigen Teil seiner Vergangenheit abschließen.

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Gunter Demnig mit Peter Gieler, für dessen Familie in der Enzersdorferstraße 44 drei Gedenksteine verlegt wurden.

„Ich bin sehr stolz, einer Stadt vorstehen zu dürfen, in der es für die Aktion Stolpersteine einen Konsens über alle Parteien hinweg gegeben hat“, erklärte Bürgermeister LAbg. Hans Stefan Hintner die Position der Stadt Mödling, die mit einem einstimmigen Beschluss des Mödlinger Gemeinderates auch die finanzielle Basis für das Projekt gelegt hatte. So wurden zehn Steine durch Mittel der Stadt, vier Steine durch private Sponsoren finanziert.

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Erinnerung an das Ehepaar Rosa und Adolf Kohn, die 1942 nach Treblinka deportiert wurden. Ihr Sohn Norbert war bei seiner kranken Frau geblieben und verpasst dadurch die Gelegenheit zur Flucht. Sieben Tage nach seiner Deportation am 15. Februar 1941 kam die Erlaubnis zur Ausreise nach Shanghai, weitere zwei Tage später das Visum für Amerika – es war zu spät.

Die Idee zur Durchführung der Aktion Stolpersteine war bereits 2003 anlässlich der Feierlichkeiten zur 1100-Jahr-Feier der Stadt Mödling, zu der auch ehemalige jüdische MitbürgerInnen aus der ganzen Welt eingeladen worden waren, entstanden. „Die Aktion Stolpersteine ist ein Versuch, unseren ehemaligen MitbürgerInnen wieder einen Platz in ihrer einstigen Heimatstadt zurückzugeben“, so STR a.D. Mag. Bernhard Knipel und GR Mag. Gerhard Wannenmacher im Namen der Initiatorengruppe.

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Peter Blum am Gedenkstein von Hedy Blum, seiner Cousine zweiten Grades. Das Mädchen hatte mit seinen Eltern in der Hauptstraße 79 gewohnt. Im Alter von sieben Jahren wurde sie als Jüdin von der Volksschule in Atzgersdorf ausgeschlossen. Als 11jährige wurde Hedy mit ihrer Mutter nach Maly Trostinec deportiert. Von den knapp 9000 österreichischen Juden, die in dieses Lager verschleppt wurden, sind 17 Überlebende bekannt.

Nach der Verlegung der 14 Stolpersteine, 13 für ehemalige jüdische MitbürgerInnen, einer für die katholische Ordensfrau Helene Kafka „Restituta“, hatten die Stadtgemeinde Mödling, die Initiatoren sowie das Thermenklinikum zu einer Gedenkveranstaltung in das Landeskrankenhaus geladen. Mit Beiträgen der Stadtvertreter, der Initiatoren, des Bildhauers, der Hartmannschwestern mit Generaloberin SR Hilda Daurer, der Pfarrer Richard Posch, Josef Denkmayr und Klaus Heine, der Israelitischen Kultusgemeinde vertreten durch Generalsekretär Mag. Raimund Fastenbauer, des Stadttheaters Mödling mit Intendant Bruno Max sowie Peter Gieler wurde zum Abschluss der Aktion Stolpersteine ein gemeinsames deutliches Zeichen gegen das Vergessen gesetzt.

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Die Generaloberin der Hartmannschwestern beim Stolperstein für Helene Kafka „Schwester Restituta“. Die Ordensfrau wurde am 30. März 1943 enthauptet. Für ihren bedingungslosen Einsatz für ihren Glauben und für ihr Einstehen für ein unabhängiges Österreich wurde sie am 29. Oktober 1942 wegen landesverräterischer Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt. Am 21. Juni 1998 wurde sie selig gesprochen.


 

BUCH „AUSGELÖSCHT“
Vom Leben der Juden in Mödling

Herausgegeben von Roland Burger, Franz M. Rinner und Franz R. Strobl
mit Beiträgen von Gebhard König, John Morrissey und Karlheinz Pilcz

Erstausgabe 1988 – ISBN 3-900602-06-9
Edition Umbruch, Wilhelm Böhm, Brühlerstraße 26, A-2340 Mödling
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber,
erstellt im Jänner 2003

rinner_buch

„Franz M. Rinner ist am 15. Oktober 2003 plötzlich verstorben.
Er war mitten in einem zeitgeschichtlichen Projekt über die Israelitische Kultusgemeinde in Mödling.
Er hinterlässt seine schicksalsgeprüfte Frau Ilse und seine beiden Kinder, die noch in Ausbildung sind.
Sie können Ihre Hilfe gut gebrauchen:
Spendenkonto: 30.756.118, Raika, BLZ 32250″
Herzlichen Dank!

Kostenloses Buch-Bestell-Service
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Buch-Download als pdf-Datei unter www2.moedling.at/rinner

Eingescannt, für den Ausdruck als MS-Word-Dokument und zur Ansicht als MS-Html-Files an einem PC aufbereitet von Gerhard Metz im Jänner 2003. Als Dank für die Herausgeber Roland Burger, Franz M. Rinner und Franz R. Strobl und in der Hoffnung, dass so ein Buch über Mödling nie mehr geschrieben werden muß. Als Andenken an Edith Metz, meine Mutter, die dieses Buch sehr geschätzt hat. Diese Dateiversion des Buches steht kostenlos zu Ihrer Verfügung und Weiterverteilung.