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Ehemalige Synagoge

Bereits in der Mitte  des 14. Jahrhunderts lässt sich  in Mödling eine jüdische Gemeinde nachweisen. Ihr religiöses und administratives Zentrum hatte diese Gemeinde in der einer Synagoge in der heutigen Kaiserin Elisabeth-Straße 7. Mit der Judenvertreibung des Jahres 1421 war auch das Ende dieser mittelalterlichen Gemeinde besiegelt. Erst um 1840 siedelten sich wieder  jüdischen Bewohner in Mödling an und gründeten in den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts einen Bethaus-Verein. Am damals neu errichteten Mödlinger Friedhof wurde eine eigene jüdische Abteilung eingerichtet, in der im Mai 1876 die erste Beisetzung erfolgte. 1888 erwarb die „Israelitische Bethausgenossenschaft“ die Liegenschaft Enzersdorfer Straße Nr. 6, den späteren Bauplatz der Synagoge, wo zunächst in dem  mit dem Grundstück erworbenen Gebäude, einer ehemaligen Schlosserwerkstätte, ein „Tempelgebäude“ eingerichtet wurde. Nach der Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde im Jahr 1892  wurde hier nach dem Entwurf des Architekten Ignaz Nathan Reiser 1912 bis 1914 die neue Synagoge, ein überkuppelter Zentralbau, errichtet und am 16. August 1914 geweiht. Im Zuge der Pogrome der Reichskristallnacht am 9.und 10. November 1938 wurde auch das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde zerstört. An die dreihundert jüdische Bürgerinnen und Bürger Mödlings sind durch das Naziregime vertrieben bzw. deportiert und ermordet worden. Ein von Künstler Karl Nowak einfühlsam gestaltetes Mahnmal mit geknicktem achtarmigen Chanukka – Leuchter, das am 26. Oktober 2003 im Rahmen der 1100 Jahrfeiern  Mödlings im Beisein von etwa dreißig aus ihrer neuen Heimat angereisten ehemaligen jüdischen Mödlingerinnen und Mödlingern vor dem heutigen Mehrfamilienhaus in der Enzersdorferstraße 6 feierlich enthüllt wurde, erinnert daran. An die jüdische Gemeinde und ihre Opfer des Nationalsozialismus erinnern in Mödling heute auch die vor den Wohnhäusern der vertriebenen und ermordeten Mödlingern verlegten Messingplatten,  sogenannten „Stolpersteinen“. Die Stadtgemeinde schloss sich damit im August 2006 als erste Gemeinde in Österreich dem vom Bildhauer Gunter Demnig 1997 in Berlin ins Leben gerufenen Projekt „Aktion Stolperstein“ an. Der Stolperstein vor der ehemaligen Synagoge gilt dem im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten letzten Rabbiner der Mödlinger Kultusgemeinde, Dr. Albert Schweiger und seiner Frau Elza.
There is evidence of the existence of a Jewish community in Mödling dating back to the mid-14th century. The community had their religious and administrative center in a synagogue which was situated in today’s Kaiserin Elisabeth Street 7. After all, the expulsion of the Jews in the year 1421 sealed the end of this medieval community, too. It was not until 1840 that Jews settled down again in Mödling and later, namely in the sixties, established a prayer association. In 1888, the “Jewish House of Prayer Association” acquired the property at Enzersdorfer Street 6 and erected a temple building which later became the site of the synagogue. Some years after the founding of the Jewish Community in 1882, the construction of the new synagogue, whose design was based on a model created by the architect Ignaz Nathan Reiser, was implemented between 1912 and 1914. The Jewish Community’s house of worship was one of the buildings that were destroyed during the Crystal Night from November 9th until 10th 1938. As many as three hundred of Mödling‘s Jewish citizens, men and women, were expelled by the Nazi regime or deported and murdered. The artist Karl Nowak created a memorial in the form of a Chanukah-candelabrum with eight snapped off branches, whose unveiling took place on the front yard of today´s apartment building in the Enzersdorferstraße 6 where about 30 former Jewish inhabitants of the town gathered together on October 26th, 2003, thus Mödling´s 1100th anniversary. Plates made of brass referred to as “stumbling blocks,” which were embedded in front of the homes of expelled and murdered Jewish men and women serve also as a reminder to the Jewish Community and those who fell victim to the Holocaust. In August 2006, the town was the first Austrian community to join the “Stumbling Block Campaign,” which was brought into being by the sculptor Gunter Deming in 1997. The stumbling block in front of the former synagogue memorializes the last rabbi of Mödling’s Jewish Community, Dr. Albert Schweiger, who was murdered in the Auschwitz concentration camp and his wife Elza.
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Ehemalige Synagoge

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Ehemalige Synagoge 48.087253, 16.284235